Sieben Voraussetzungen, um erfolgreich Hunde zu züchten

Sieben Voraussetzungen, um erfolgreich Hunde zu züchten.

von Jonathan Jeffrey Kimes

zuerst in 1996 im Handbuch des Welsh Corgi Clubs veröffentlicht.

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors.

I – Habt Freude an euren Hunden.

Der primäre Grund, warum man sich mit Züchten und Ausstellungen befasst ist eine tiefgründige Liebe zu Hunden. Wir schätzen ihre Nähe, ihre nie zweifelnde Treue, die Freude, die sie um sich verbreiten. Wir haben sie gern auf unserem Bett. Sie freuen sich auf jeden neuen Tag, egal wie früh wir sie wecken und dies versetzt uns wieder einmal in unsere eigene Kindheit. Sie verzeihen uns, wenn wir schlechter Laune sind, ungeduldig oder einfach viel weniger wert als sie es sind. Sie bringen das Beste in uns zum Vorschein, machen uns zu etwas Besonderem. Leider kann Züchten und Ausstellen uns dazu verleiten, uns als etwas zu Besonderes zu sehen! Auf einmal bin ich der/die Größte! Dies merkt man auch an unserem Besitz: wir müssen unbedingt den größten Gewinner, den Vererber der meisten Champions besitzen. Wir kaufen, wir sind Mitbesitzer, wir sammeln. Allzu bald haben wir gar keine Zeit mehr für die wahre Freude am Hund, keine Zeit um das dankbare Bäuchlein oder geduldigen Kopf zu streicheln. Wir haben keinen Platz mehr für noch mehr Hunde. Gar übereinander in Käfigen aufbewahrt, als wenn sie bedeutungslose Deko-Artikeln wären, die einzig und allein dazu dienen, uns das Gefühl der Wichtigkeit zu geben. Wir verlieren die Fähigkeit zu lieben.

Das Ausstellen und Züchten von Hunden ist eine wunderbare Sache – kreativ, dankbar und herausfordernd. Wir sollten aber nie erwarten, dass unser Hobby als Psychologe dient: ungesundes Denken wird nicht durch Egoismus geheilt. Zu viele Menschen fangen aus den falschen Gründen mit dem Ausstellen und Züchten an. Ihre Häuser verfallen, Bank-Konto schrumpft, Schulden vermehren sich. Partner und Kinder können für sich selber sorgen während der Züchter sich zu beweisen versucht.

Das Züchten ist ein riesiges Unternehmen. Wir müssen uns damit abfinden, lebenslängliche Studenten zu sein. Wir werden verschiedentlich und allzu oft erniedrigt. Wenn wir wirklich lernen wollen, müssen wir und auf einen harten Weg verfasst machen. Wir werden frustriert sein, überarbeitet – morgens früh und abends spät – das Ausschlafen kann man vergessen. Es bedeutet auch, dass man Freundschaften findet – manche die ein Leben lang halten, manche die schnell wieder zerbrechen weil sie aus Gründen von erhofftem gesellschaftlichem Status aufgebaut wurden. Von Ihnen wird behauptet, Sie haben dies oder jenes gesagt, Wörter werden Ihnen in den Mund gelegt – man wird Sie so klein machen, wie ein Mensch nur sein kann. Hoffentlich wird es einem auch die Möglichkeit bieten zu wachsen, großzügig zu sein, neugierig und unternehmungslustig.

Wir sollten uns nie fragen, ob wir beneidet werden oder wichtig oder erfolgreich. Es sind bedeutungslose Fragen. Am Ende des Tages sollten wir uns fragen: Bin ich auf das was ich geworden bin stolz? Das was wir immer sein müssen, ist Hundeliebhaber. Wir müssen uns für sie einsetzen. Wir müssen sicher gehen, dass unsere Hunde und alle, die wir züchten, ein ausgefülltes, würdiges Leben führen können. Ob wir in Zeitschriften abgebildet werden oder unser Name in Katalogen zu lesen ist – dies ist unwichtig. Wir sind im gleichen Maß wert, wie das Leben unseren Hunden, ihre Glück, Freude und Geliebtsein.

II – Züchten Sie um die Rasse zu bessern, nicht um Sieger zu produzieren

Man kann sehr leicht den Sinn im Züchten von guten Hunden aus den Augen verlieren. Manche genießen den Erfolg und Ruhm und kommen vom Weg ab. Man muss streng mit sich sein, wenn man eine Linie aufbauen will, die sowohl angesehen als auch für die Rasse ein Gewinn bedeuten soll. Man muss diszipliniert vorgehen und nicht versuchen, sofort den großen Sieger zu züchten und auf schnellem Weg berühmt zu werden. Der Züchter muss in erster Linie an die Rasse denken – perfekt ist keine aber Ihre Zucht soll sie bessern. Wenn man das von Ihrer Zucht sagen kann, da haben Sie etwas Großes geleistet. Ihre Aufgabe ist es, Typ, Bewegung, Temperament und Gesundheit zu bessern. Das erfordert Geduld und gewissenhafte, durchdachte Zuchtplanung. Sie müssen ihr Ziel immer vor Augen haben. Es ist allzu einfach, einen Champion nach einem anderen als Deckrüde einzusetzen, Hunde die nichts gemeinsam haben als das sie im Ring gesiegt haben.

Erfolg im Ring ist nicht unbedingt ein Zeichen von der wahren Qualität von einem Hund. Es wäre schön, wenn es so wäre aber so einfach ist es nicht. Sie können nicht einfach Champion mit Champion verpaaren und dabei Champions züchten. Sie müssen die Hunde durch und durch kennen und auch das, was sie vererben. Wenn Sie dies beherrschen, sind sie auf dem besten Weg, eine großartige Linie von Champions zu züchten.

III – Seien Sie ehrlich mit sich selbst

Das Züchten von Rassehunden sollte man als ein Bestreben nach Perfektion sehen – es ist keinesfalls das Erhalten von Perfektion. Alle Hunde haben ihre Fehler, sind in manchen Punkten nicht perfekt. Es ist sehr einfach in eine Falle zu geraten, wo man seine Hunde verteidigen will. Normalerweise passiert dies, wenn man etwas als perfekt ansieht, was ein anderer gar nicht perfekt findet. Da geriet man durcheinander und wird natürlich unglücklich. Um uns zu rechtfertigen, fangen wir an, unsere Hunde zu verteidigen und auch das loszuwerden, was uns stört, nämlich die Meinung, die nicht mit unserer übereinstimmt.

Wir müssen bei der Wahrheit bleiben – ein Karpfenrücken ist ein Karpfenrücken, ob wir’s wollen oder nicht. Folglich, die beste Art nicht unangenehm überrascht zu werden, ist ist am Ball zu bleiben, immer lernbereit und dabei die eigene Meinung im Einklang mit der Wahrheit zu halten. Dies kann man auf vielen Wegen erreichen, einer davon wäre das Lernen von erfahrenen Züchtern. Wir müssen offen für andere Meinungen bleiben und nicht stur bei der eigenen verharren. Anfangs brauchen wir das Wissen von anderen Züchter und wenn dies sich als falsch erweist, wissen wir nicht was wir glauben sollen. Dies verunsichert uns. Wenn Sie Wissen gesammelt haben und ein anderer mit einer anderen Meinung kommt, müssen Sie offen sein, diese Meinung auch unter die Lupe zu nehmen und sich überlegen, wieso er anders denkt. Die Meinung von anderen zu verstehen kann der Weg zu größerem Wissen sein. Wenn Sie diese Tür schließen und nicht zuhören, werden Sie nie wissen warum der andere so denkt und werden sich um etwas zusätzliches Wissen bringen. Sie werden nie die Wahrheit lernen und ihr Ziel nie erreichen.

Sie sollten ihre Hunde viel kritischer betrachten als sonst jemand es je könnte. Das bedeutet nicht, daß Sie in ihnen Fehler sehen sollen, die gar nicht da sind aber die vorhandene Fehler und Pluspunkte sollten Sie versuchen zu erkennen. Darauf baut Erfolg.

IV – Behandeln Sie andere, wie Sie möchten, das sie Sie behandeln werden.

Das klingt ein wenig wie der goldene Regel, den wir in der Kindheit lernten. Es ist aber erstaunlich, wie viele Menschen es vergessen! Sie sollten sich immer in der Position des anderen versetzen. Ich habe so oft gehört, dass man vom Mitbesitzer eines Hundes übers Ohr gehauen wurde. Solche Verträge werden allzu oft aufgestellt, so dass sie z.B. dem Verkäufer eher was bringen als dem Mitbesitzer. Man meint, dass solche Verträge brauche man kaum bzw. nur wenn Probleme auftauchen. Dies ist falsch. Alles muss schwarz auf weiß festgehalten. Sollte ein wertvoller Welpe aus so einem Doppelbesitz-Verhältnis geworfen werden, da fängt der Kampf an – wem gehört er?

Bevor man einen Hund im Miteigentum verkauft, oder eine Hündin zur Zucht mietet oder einen Welpen anstatt Decktaxe nehmen möchte, da müssen Sie genau wissen, was Sie sich davon versprechen. Allzu schnell wird so was in Eile per Telefon ausgemacht und ohne, dass man sich die mögliche Folgen recht überlegt. Anstatt erst einmal das ganze zu überlegen, da zieht man’s durch und am Ende ist oft der Freund ein Feind geworden. Wenn man’s erst überlegt hätte, da wäre es klar gewesen, dass ein geschriebener Vertrag die Freundschaft erhalten hätte. In einem Wurf gibt es selten mehr als einen super Welpe, wenn überhaupt einen – da ist es wichtig zu wissen wem dieser Welpe zusteht. Freundschaften zerbrechen sofort, wenn der eine der Meinung ist, er sei ausgenutzt worden. Dies ist traurig und in der Not ist es besser man gibt, als dass man nimmt – auch verliert man seinen guten Ruf, wird als egoistisch und unzuverlässig beschrieben.

V – Indem Sie etwas verschenken, verlieren Sie nichts

Viele Züchter schaffen es nicht, sich über den Erfolg von anderen zu freuen. Auch wenn wir meinen, wir seien auf dem besten Weg zu züchterische Perfektion, gibt es tatsächlich viele Wege, die dahin führen. Wir verlieren nichts wenn wir den Erfolg von anderen anerkennen.

Diese Abneigung oder Unfähigkeit, die Bemühungen von anderen anzuerkennen stammt oft daher, dass man ‚mal entschieden hat, mit bestimmten Linien nicht zu züchten oder einfach weil man mit bestimmt Personen nichts zu tun haben wollte. Wenn ausgerechnet die einen Erfolg haben, fällt es uns schwer, dies anzuerkennen. Es passt einfach nicht zu unsere Meinung von ihnen oder ihren Hunden. Es bedarf eine gewisse Ehrlichkeit und Selbstvertrauen, die Erfolge der anderen zu akzeptieren und ggf. zu gratulieren. Mit Kritik sollte man zurückhalten – den Erfolg vom anderen anzuerkennen kann sich für uns bezahlt machen. Sie kriegen den Ruf, jemand zu sein, der fair und objektiv ist. Dies hat in der Hundewelt Seltenheitswert. Mit der Zeit wird man eher auf Sie hören und Ihre Meinung schätzen.

Wenn Sie so vorgehen, verlieren Sie nichts aber Sie gewinnen eine Menge.

VI – Nutzen Sie den Erfolg der anderen

Es ist absolut schlimm, wenn Sie bestimmte Zwinger oder Zuchtlinien bewusst vermeiden. Sie werden kaum alle gute Hunde in einem Zwinger oder einer Linie finden. Es ist wie die Wiesenblumen, die an verschiedenen Stellen blühen. Der kluge Züchter schafft es, vom ganzen Feld das, was er braucht zu pflücken, um daraus den schönsten Blumenstrauß zu machen. Dazu müssen Sie die Stärken von anderen Zwingern und Linien benutzen.

Züchter neigen dazu, bestimmte Vorurteile zu haben und ehrlich gesagt, es gibt Stärken und Schwächen in den meisten Linien. Sie könnten meinen eine gewisse Perfektion in manchen Punkten erreicht zu haben aber es gibt andere Bereiche, wo Ihre Hunde und Linien weniger perfekt sind. Wenn Sie dies nicht erkennen, scheitern Sie sehr bald. Sie werden am gleichem Stand stehen bleiben. Halten Sie immer ein Auge auf, um diese ganz besondere Blume zu erwischen, die Ihren Blumenstrauß noch schöner macht!

Die Stärke von einem Zwinger baut auf eine Kombination von Linien, ohne die guten Punkten der eigenen Linie zu verlieren. Nur so können Sie aufwärts gehen und nicht stagnieren. Es bedarf viel Überlegung, Planung und gar Zurückschneiden, wenn es fürchten soll.

VII – Sie sind nur so gut wie Ihre Moral

Wer sind Sie? Kennen Sie Schlecht vom Recht? Halten Sie sich immer an der Wahrheit?

Gerüchte-Küche, wie viel davon stimmt überhaupt?

Verkaufen Sie Hunde und bleiben dabei Miteigentümer, als Mittel um den anderen Zwinger unter Druck zu halten?

Werfen Sie anderer Linien vor, genetisch bedingte Fehler zu haben, während Sie über Ähnliches in Ihrem eigenen Zwinger schweigen?

Moralisch gesehen, wo stehen Sie?

In der Hundezucht geht es nicht um Siegen und Titeln, sondern um die Rasse und dem Bessern und Erhalten deren.

Zu viele Menschen wollen im Grunde nur sich profilieren und meinen, dies machen zu können, wenn sie eine großen Champion züchten.

Züchten ist eine Lebensaufgabe, bei der Ihrer wahre Charakter ans Tageslicht kommt. Man kann nicht der ganzen Welt die ganze Zeit was vormachen. Letztendlich kommt die Wahrheit immer ans Licht. Ihre Hunde werden nicht dadurch besser, dass sie auf unfairer Weise gewinnen. Vertuschen von Fehlern macht sie auch nicht besser als sie sind. Die Schlimmsten von dieser Kategorie sind oft die, die Gerüchte über anderen und ihren Hunden verbreiten. Sie leben im Glashaus und meistens wissen sie es auch. Sie züchten nicht, um den Nachbar oder sonst jemanden zu beeindrucken. Züchten ist der Ausdruck Ihrer Liebe zu Hunden und Ihrer Bestreben, etwas Schönes zu erschaffen.

Diese Liste klingt vielleicht etwas wie ein Bergpredigt aber es stellt die Schwierigkeiten da, womit wir tagtäglich konfrontiert werden. Manche kommen damit leichter zurecht als andere aber wir alle können sie meistern. Wir werden alle, von Zeit zu Zeit, geprüft auch die gebildetsten, die psychologisch gefestigten und die ehrlichsten unter uns. Manchmal möchte man jemanden, der uns weh getan hat, es heimzahlen – andere, die unserer Meinung nach nicht richtig motiviert sind, zügeln – selbst die, die hoch angesehen ist, werden. Nur wenn wir nachdenken und unser Tun überlegen, können wir bessere Menschen und damit bessere Züchter werden.

 
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Natürlich kann man ohne Hunde leben...es lohnt sich nur nicht!
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(Heinz Rühmann)
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Petra Bäumler

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